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Weihnachten ist ja schon wieder lange vorbei. Doch soll hier dennoch einer Szene aus Weihnachtsgeschichte hinterhergedacht werden, quasi als Nachweihnachtsgeschenk.

Die letzten Gestalten der Weihnachtsgeschichte um Jesus von Nazareth sind ein paar seltsame Gestalten aus fernem Land. Heutzutage werden sie am 6. Januar beim Fest der heiligen drei Könige bedacht. Dieser Teil der biblischen Weihnachtserzählung wirkt so als wenn Zirkus Krone mit einer bunten Manegenshow zum Kind in der Krippe einzieht: ein Stern, drei Könige mit vielen Geschenken, ein neugeborenes Königskind, eine lange Reise. Das ist der Stoff, aus dem große Geschichten gemacht sind. Fehlen nur noch Elefant, Kamel und Pferdegespann.

Diese Szene hat schon immer die Phantasie der Menschen beflügelt. Immer weiter und detaillierter wurde die Reise der Männer aus dem Morgenland im Laufe der Jahrhunderte ausgebaut. Dumm nur, dass das meiste gar nicht aus der Bibel stammt, sondern reine Ausschmückung ist.

Die Bibel selbst erwähnt nicht die Anzahl der Männer, sondern spricht nur von Weisen bzw. Magiern aus dem Osten. Doch abgeleitet von den drei Geschenken, die sie dabeihatten, wird recht bald angenommen, dass es wohl drei Männer sein müssen. Dann werden die drei Besucher oft für Könige gehalten. Auch davon steht nichts im biblischen Bericht. Diese Vorstellung kam erst auf, als die Kirche Verse der hebräischen Bibel (also des Alten Testaments) auf diese Szenerie der Weihnachtsgeschichte bezog. Recht bald bekommen die drei Gestalten auch noch fernöstliche Namen: Balthassar, Melchior und Kaspar.

Wir sehen: Aus der kurzen Szene im Matthäusevangelium wurde eine große Story, mit allen Details. Das lässt sich natürlich viel schöner erzählen und befriedigt unsere Neugierde. Und ganz ohne Anhaltspunkte ist es ja auch nicht.

Doch wohin die Sehnsucht nach der ganz großen Story, hinführen kann, wurde vor ein paar Wochen beim Magazin Spiegel aufgedeckt. Dort wurde der hoch begabte und  preisgekrönte Reporter C. Relotius als Hochstapler überführt. Er hat zugegeben, dass viele seiner großartigen, detaillierten Reportagen frei erfunden waren. Sie waren kein großer Journalismus, sondern vor allem großer Quatsch. Sicherlich, er ist ein großartiger Erzähler, der es auch verdient, eine neue Chance zu bekommen. Aber es steht auch fest: er war ein Blender. Er hat andere wissentlich hinters Licht geführt. Nur für die nächste große Story.

Matthäus lässt bei seiner Weihnachtsgeschichte viele Fragen offen: Was das für ein Stern war, wie viele Männer sich da auf die Reise machten und weshalb sie sich so sicher waren, dass der Stern sie zu einem Königssohn führen würde. All die wichtigen Details, die doch eine gute Geschichte ausmachen. Womöglich will er uns damit zeigen: Gott ist anders. Gott will keinen hinters Licht, sondern zum Licht hinführen. Gott ist kein Blender, der eine große Story braucht. Das scheint mir ein Charakterzug Gottes zu sein: Gott macht auf sich aufmerksam. Er sucht unsere Aufmerksamkeit. Doch er hat kein Interesse an einer perfekten Inszenierung. Er braucht nicht die Verehrung um jeden Preis. Lieber geht er das Risiko ein, dass wir ihn übersehen und nicht beachten, weil sein Erscheinen nicht eindeutig oder strahlend genug ist, als dass er uns sein Dasein aufzwingt, uns blendet.

Und so gehen selbst die gelehrten Magier aus Nahost zuerst einen falschen Weg. So eindeutig konnten sie den Stern dann doch nicht deuten, als dass der Weg 100% klar war. Sie blieben Suchende. Sie gingen zuerst in den Königspalast. Verständlich, dass sie dort nach dem neugeborenen König suchen würden. Und im Königspalast saß ausgerechnet ein Blender. König Herodes hatte Angst um seinen guten Ruf, ja um seine Existenz. Da könnte einer kommen, der ihm Konkurrenz macht. Wir wissen aus der weiteren Matthäusgeschichte, dass Herodes nach dem Leben des kleinen Jesus trachtete. Die Männer aus Nahost haben falsche Schlüsse gezogen und den neugeborenen Gottessohn damit in Lebensgefahr gebracht. Wenn Gott nicht noch eingegriffen hätte. Den Männern gab er im Traum Anweisung nicht zu Herodes zurückzugehen und Josef hatte eine Erscheinung eines Engels, der ihm sagte, er müsse mit Frau und Kind vor Herodes fliehen.

Das hätte Gott doch eigentlich abkürzen können, indem er den weitgereisten Männern von Anfang an eindeutigere Wegzeichen gegeben hätte. Gott hätte Josef und seiner Familie die Flucht aus der Heimat ersparen können. Und da gibt es ja auch noch die unschöne Geschichte von der Ermordung aller männlichen Kleinkinder in Betlehem, auf Anordnung von Herodes. Nicht vorstellbar, dass Gott so etwas einfach geschehen lassen konnte.

Das sind Fragen, die die Menschen schon immer beschäftigt haben: Wo ist Gott in der Dunkelheit der Welt, wenn er doch gesagt hat, dass er da ist? Wo ist Gott, bei all dem Leid und Elend heute?

In Bürgerkriegsland Jemen drohen mehr als sieben Millionen Kinder an den Folgen von Unterernährung zu verhungern. Sieben Millionen. Und die Welt schaut hilflos zu. Können wir da noch davon reden, dass Gott da ist? Dass die Nacht vorbei und Menschen frei werden? – Ist Gott vielleicht doch nur ein Hochstapler? Einer, der seine Versprechen nicht einlösen kann? Einer mehr, der uns enttäuscht.

Ja, Gott enttäuscht uns. Das ist wohl wahr. Denn er zeigt uns, wo wir Täuschungen aufgesessen sind: Mit Gott müsste doch die Welt so oder so sein… und mit Jesus muss alles gut werden. Doch das sind allzu einfache Antworten auf komplexe Fragen. Mit Jesus kommt Gott mitten hinein in diese Welt, in die manchmal sehr dunkle Welt. Und er gerät selbst in Gefahr von dieser Dunkelheit verschlungen zu werden. Von Beginn an ist das Leben Jesu gefährdet.

Gott macht sich verletzlich und Gott leidet mit den Verletzten und Gefährdeten. Gott sucht unsere Aufmerksamkeit so sehr, er sucht unsere Nähe so sehr, dass er nicht als der gönnerhafte Onkel mit dem großen Scheckbuch kommt und uns aus all unsere Sorgen rauskauft. Gott hat nicht einfach nur Mitleid mit der Welt. Gott leidet mit. Und das hat er in Jesus gezeigt. Gott sind die Kinder im Jemen nicht egal. Er hat sie nicht aufgegeben. Christus, der Heiland der Welt, leidet mit den Hungernden und Armen. Er leidet auch mit den 21 Millionen Kindern, die im reichen Deutschland in Armut leben (jedes 5. Kind).

Gott interessiert sich nicht für eine perfekt inszenierte Geschichte, in der jedes Detail stimmig ist. Christus wird halt nicht im Zirkus Krone geboren. Gott will uns hinleiten zum Kind nach Betlehem. Dort wo auch die Weisen aus dem Morgenland ihre Geschenke hinbrachten. So stiftet uns die Weihnachtsgeschichte zum Suchen an. Auch danach zu suchen, wer wir eigentlich sind: wollen wir nur blenden oder zum Licht führen? Auf unserer Suche nach dem Großen und Außerordentlichen werden wir auf das Unscheinbare und Kleine hingewiesen. Und wir sind eingeladen, uns mit den fremden Weisen zusammen vor diesem Gott zu beugen, der sich klein gemacht hat.

Und dort, wo das Unscheinbare und Kleine auf der Welt gefährdet ist, da ist es unsere Aufgabe, es zu schützen. Die Dunkelheit und Not in der Welt dürfen uns nicht egal sein. Machen wir uns auf die Suche, halten wir Ausschau, wo Gott uns auf das Kleine und Verletzliche aufmerksam machen will! Denn dort ist Gott. Dort braucht er uns. Unsere Stimme und unsere Gaben.

Mit nachweihnachtlichen Grüßen und guten Wünschen für das neue Jahr,

Thomas Bliese

Vernetzt im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) in Deutschland K.d.ö.R.

Wir sind Mitglied im Bund Evangelisch Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland K.d.ö.R.



Stilletag am 8. Dezember 2018 in der EFG Bochum-Linden – Ein Rückblick und eine Einladung

2018 stilletag gruppeEinen ganzen Tag lang Schweigen, nichts sagen! Wer mich kennt, weiß, wie schwer das für mich ist. Eine Auszeit jetzt, wo doch noch so viel zu tun ist? Und wird es dann nicht verdammt laut in mir… und es kommen Dinge hoch oder Gott sagt etwas zu mir, das ich so gar nicht hören will und in meinem Alltag erfolgreich unterdrücke? Und mit 40 Teilnehmer*innen, wie soll da Ruhe und Stille einkehren?Da war aber auch noch eine andere Stimme in mir, ein tiefes Bedürfnis und Verlangen, mich von Gott berühren und Ihn zu mir sprechen zu lassen.

22.12.2018


Bunt zusammenwachsen

Präsidium und Bereichsleiter des BEFG haben bei einem Klausurtag die Entwicklung des Bundes im Blick auf die Internationalität der Gemeinden besprochen..

16.01.2019

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